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Forschung & Studien · Peptid-Grundlagen

Cagrilintide (AM833): Wirkung, Wirkmechanismus & Forschung im Überblick

Peptika Redaktion · Veröffentlicht · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

Cagrilintide (AM833): Wirkung, Wirkmechanismus & Forschung im Überblick

Cagrilintide zählt 2026 zu den meistbeachteten Wirkstoffen der nächsten Generation in der Stoffwechsel- und Adipositas-Forschung. Dieser Überblick fasst Wirkmechanismus, die CagriSema-Kombination und den Forschungsstand zusammen.

Verfügbarkeit

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Was ist Cagrilintide?

Cagrilintide (Entwicklungscode AM833) ist ein lang wirksames Amylin-Analogon. Amylin ist ein Peptidhormon, das gemeinsam mit Insulin aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird und an der Regulation von Sättigung, Magenentleerung und Glukagon-Freisetzung beteiligt ist. Durch chemische Modifikation erreicht Cagrilintide eine deutlich längere Halbwertszeit als körpereigenes Amylin und eignet sich dadurch als Forschungswerkzeug zur Untersuchung amylinerger Signalwege.

Wirkmechanismus: der Amylin-Pfad

Cagrilintide wirkt als Agonist an Amylin-Rezeptoren, die aus dem Calcitonin-Rezeptor in Verbindung mit RAMP-Proteinen (Receptor Activity-Modifying Proteins) gebildet werden. In der Forschung wird der Amylin-Pfad als komplementär zum Inkretin-System (GLP-1/GIP) beschrieben: Während Inkretine vor allem über den GLP-1-Rezeptor wirken, setzt Cagrilintide an einem eigenständigen Mechanismus der zentralen Sättigungsregulation an.

CagriSema: Cagrilintide + Semaglutide

Das größte Forschungsinteresse gilt der Kombination von Cagrilintide mit Semaglutide – bekannt als CagriSema. Die Idee dahinter: zwei komplementäre Mechanismen (Amylin + GLP-1) gleichzeitig adressieren. In den groß angelegten REDEFINE-Studienprogrammen wurde CagriSema 2025/2026 als einer der führenden Kandidaten der nächsten Generation untersucht.

Einordnung gegenüber GLP-1- und Triple-Agonisten

Anders als Retatrutide (GLP-1/GIP/Glukagon-Triple-Agonist) oder Tirzepatide (GLP-1/GIP-Dual-Agonist) greift Cagrilintide nicht in das Inkretin-System ein, sondern in den Amylin-Pfad. Eine ausführliche Gegenüberstellung der Inkretin-Wirkstoffe findest du in unserem GLP-1-Peptide-Vergleich.

Forschungsstand 2026

Cagrilintide und CagriSema gehören zu den am intensivsten beforschten Stoffwechsel-Peptiden des Jahres. Der Fokus liegt auf der Charakterisierung des amylinergen Signalwegs und dem Zusammenspiel mit Inkretin-Mechanismen. Wie bei allen neuen Wirkstoffen gilt: Aussagen beziehen sich auf den präklinischen bzw. klinischen Forschungskontext, nicht auf eine Anwendung am Menschen.

Qualität & Reinheit in der Forschung

Für reproduzierbare Forschung sind Reinheit und Chargentransparenz entscheidend. Alle Peptide von Peptika werden mit HPLC-Reinheit ≥ 99 % und chargenspezifischem Analysenzertifikat (COA) bereitgestellt – einsehbar auf unserer Transparenz- & Reinheitsseite. Für die Rekonstitution lyophilisierter Peptide hilft der Peptid-Rechner. Eine Übersicht verwandter Wirkstoffe bietet das Peptid-Lexikon sowie unsere Kategorie Appetitkontrolle & Gewichtsmanagement.

Die wichtigsten Studien

Studie Design Ergebnis (Größenordnung)
Phase 2, Cagrilintide allein (Enebo et al., Lancet 2021) 26 Wochen, mehrere Studienarme, Vergleich mit Liraglutid und Placebo stärkster Studienarm rund 10,8 % Gewichtsabnahme, Liraglutid rund 9,0 %, Placebo rund 3 %
REDEFINE 1 (CagriSema, Phase 3) 68 Wochen, Adipositas ohne Diabetes CagriSema rund 20 % Gewichtsabnahme, Placebo rund 3 %
REDEFINE 2 (CagriSema, Phase 3) 68 Wochen, Adipositas mit Typ-2-Diabetes geringere Abnahme als ohne Diabetes, wie bei allen Inkretin-Substanzen

Die REDEFINE-1-Ergebnisse lagen unter der zuvor kommunizierten Erwartung von rund 25 %. Ein Grund war ein flexibles Studiendesign, bei dem viele Teilnehmende nicht die höchste vorgesehene Stufe erreichten.

Nebenwirkungen

Cagrilintide allein verursachte in Phase 2 vor allem Übelkeit, Verstopfung und Durchfall, in der Häufigkeit eher geringer als unter GLP-1-Agonisten. In der Kombination CagriSema waren die Magen-Darm-Beschwerden häufiger, vergleichbar mit hochdosiertem Semaglutid.

Warum Amylin interessant ist

Amylin nutzt einen anderen Signalweg als GLP-1, im Hirnstamm (Area postrema) und im Hypothalamus. Es verlangsamt die Magenentleerung, dämpft die Glukagon-Ausschüttung nach dem Essen und verstärkt die Sättigung. Weil sich die Wege ergänzen, untersucht die Forschung Amylin-Analoga vor allem in Kombination mit GLP-1. Neben Cagrilintide werden weitere Amylin-Substanzen entwickelt, etwa Amycretin, ein kombinierter GLP-1/Amylin-Agonist. Mehr zur Kombination: CagriSema.

Häufige Fragen

Ist Cagrilintide zugelassen?

Nein, Cagrilintide ist bislang nicht als Arzneimittel zugelassen und befindet sich in der klinischen Entwicklung.

⚠️ Hinweis: Cagrilintide ist ein Forschungspeptid. Alle Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken.

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