Was ist GHK-Cu?
GHK-Cu ist der Kupfer(II)-Komplex des Tripeptids Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin (Summenformel C₁₄H₂₂CuN₆O₄). Das Tripeptid GHK kommt natürlich im menschlichen Blutplasma vor. Isoliert wurde es 1973 von Loren Pickart aus humanem Plasma-Albumin. Ausgangspunkt war eine Beobachtung: Leberzellen älterer Spender verhielten sich im Blut jüngerer Spender ähnlich wie junges Gewebe. Bis 1977 war der dafür verantwortliche Faktor als Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin identifiziert.
Was die Forschung untersucht hat
Die folgenden Punkte beschreiben, was in Studien gemessen wurde – überwiegend in Zellkulturen und Tiermodellen.
Kupfertransport in die Zelle
GHK bindet Kupfer(II) und moduliert dessen Aufnahme in Zellen. Fachlich interessant ist dabei ein Detail: Im Komplex mit dem Tripeptid ist die Redoxaktivität des Kupferions stillgelegt. Dadurch lässt sich Kupfer in die Zelle transportieren, ohne dass die sonst typische oxidative Reaktivität auftritt. Genau dieser Mechanismus ist der Grund, weshalb das Molekül überhaupt untersucht wird.
Kollagensynthese in Fibroblasten
In Hautfibroblasten-Kulturen wurde eine Stimulation der Kollagensynthese beschrieben – und zwar bereits im pikomolaren bis nanomolaren Konzentrationsbereich. Das ist die am häufigsten zitierte In-vitro-Beobachtung zu GHK-Cu.
Wundheilungsmodelle
Untersucht wurde in dermalen und ischämischen Wundmodellen an Ratten, an Kaninchen sowie an diabetischen Ratten. In einer Studie zu ischämischen Wunden an Ratten war die Wundfläche nach 13 Tagen in der GHK-Gruppe um 64,5 % zurückgegangen, in der Vehikel-Gruppe um 45,6 % und in der Kontrollgruppe um 28,2 %.
Plasmaspiegel und Lebensalter
Der GHK-Spiegel im Blutplasma sinkt mit dem Alter: von etwa 200 ng/ml mit 20 Jahren auf rund 80 ng/ml mit 60 Jahren. Diese Beobachtung ist der Ausgangspunkt vieler Alterungshypothesen zu dem Molekül – sie belegt für sich genommen aber keinen kausalen Zusammenhang.
Kosmetisches Kupferpeptid und Forschungssubstanz sind nicht dasselbe
Diese Unterscheidung wird fast nirgends sauber gemacht, führt aber regelmäßig zu Verwechslungen:
- Kosmetische Anwendung: GHK-Cu ist als Inhaltsstoff (INCI: Copper Tripeptide-1) in Seren und Cremes verbreitet. Diese Produkte unterliegen der Kosmetikverordnung, werden topisch verwendet und enthalten das Peptid in fertiger Formulierung.
- Forschungssubstanz: Das hier angebotene Produkt ist ein lyophilisiertes Pulver zur Verwendung im Labor.
Wer ein Serum für die Hautpflege sucht, ist im Kosmetikhandel richtig. Wer die Substanz als Referenz- oder Forschungsmaterial benötigt, ist hier richtig.
Grenzen der Datenlage
- Die belastbaren Befunde stammen aus Zellkulturen und Tiermodellen (Ratte, Kaninchen), nicht aus kontrollierten Humanstudien.
- Studien am Menschen existieren zur topischen Anwendung, sind aber durch kleine Fallzahlen und kurze Beobachtungsdauer limitiert. Belastbare Aussagen lassen sich daraus nicht ableiten.
- Zur parenteralen Anwendung von GHK-Cu beim Menschen gibt es keine kontrollierten Studien.
- GHK-Cu ist in Deutschland und der EU nicht als Arzneimittel zugelassen.
Neben dem Lyophilisat gibt es GHK-Cu auch als GHK-Cu Kapseln. Ein strukturell verwandtes Kupferpeptid ist AHK-Cu, das in der Forschung häufiger im Zusammenhang mit Haarfollikeln untersucht wird. In Blends kommt GHK-Cu unter anderem im GLOW– und KLOW-Stack vor.
Qualität und Analytik
Reinheit ≥ 99 %, per HPLC durch ein externes Labor geprüft. Zu jeder Charge liegt ein chargenspezifisches Analysezertifikat (COA) vor. Lieferung als lyophilisiertes Pulver.
Rechtliche Einordnung
Es ist kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel und kein Kosmetikum. Wir geben keine Dosierungs- oder Anwendungsempfehlungen.
Vertiefend: GHK-Cu Forschungsüberblick und GLOW-Blend im Überblick. Zur Rekonstitution im Labor wird bakteriostatisches Wasser verwendet, Mengen berechnet der Peptid-Rechner.