Was ist KPV?
KPV ist ein Tripeptid aus den Aminosäuren Lysin, Prolin und Valin (Lys-Pro-Val). Es entspricht der C-terminalen Sequenz des alpha-Melanozyten-stimulierenden Hormons (α-MSH), also den Positionen 11 bis 13 der Sequenz Ac-Ser-Tyr-Ser-Met-Glu-His-Phe-Arg-Trp-Gly-Lys-Pro-Val. Mit drei Aminosäuren ist KPV eines der kleinsten Peptide, die in der Forschung eingesetzt werden. Der Forschungsschwerpunkt liegt nicht auf der Pigmentierung – der für die Melanogenese entscheidende Teil von α-MSH fehlt in diesem Fragment – sondern auf entzündungsbezogenen Signalwegen.
Was die Forschung untersucht hat
Die publizierte Datenlage stammt aus Zellkulturen und Nagermodellen. Die folgenden Punkte beschreiben, was in Studien gemessen wurde – nicht, was das für Menschen bedeutet.
Aufnahme über den Peptidtransporter PepT1
Die meistzitierte Arbeit zu KPV stammt aus Gastroenterology (2008) und trägt den Titel „PepT1-Mediated Tripeptide KPV Uptake Reduces Intestinal Inflammation“ (PMID 18061177). Untersucht wurde, dass KPV über den Peptidtransporter PepT1 in Darmepithel- und Immunzellen aufgenommen wird und in diesen Modellen entzündliche Signalwege dämpft.
Kolitis-Modelle in der Maus
Eine spätere Arbeit in Cellular and Molecular Gastroenterology and Hepatology (2016) untersuchte die Rolle von PepT1 im Mausmodell der kolitis-assoziierten Karzinogenese und griff dabei den entzündungsbezogenen Effekt von KPV wieder auf.
Warum die geringe Größe untersucht wird
Als Tripeptid ist KPV klein genug, um über Peptidtransporter aufgenommen zu werden statt über Rezeptorbindung im klassischen Sinn. Genau dieser Aufnahmeweg ist der Grund, weshalb das Molekül in der Grundlagenforschung Aufmerksamkeit bekommen hat.
Grenzen der Datenlage
- Die Befunde stammen aus Zellkulturen und Mausmodellen. Belastbare Humandaten liegen nicht vor.
- Es existieren keine abgeschlossenen kontrollierten klinischen Studien zu KPV.
- Für häufig gestellte Fragen – etwa zu Gewichtsabnahme – gibt es keine Datengrundlage. Die Forschung zu KPV betrifft Entzündungssignalwege, nicht den Energiestoffwechsel.
- KPV ist in Deutschland und der EU nicht als Arzneimittel zugelassen. Aussagen über eine Wirkung beim Menschen sind daher nicht möglich.
Einordnung gegenüber Melanotan 2
Beide leiten sich von α-MSH ab, unterscheiden sich aber grundlegend. Melanotan 2 ist ein zyklisches Vollanalogon und aktiviert Melanocortin-Rezeptoren einschließlich MC1R, was in Studien mit Pigmentierung in Verbindung gebracht wird. KPV ist nur das C-terminale Fragment und wird in einem völlig anderen Kontext untersucht.
Qualität und Analytik
Reinheit ≥ 99 %, per HPLC durch ein externes Labor geprüft. Zu jeder Charge liegt ein chargenspezifisches Analysezertifikat (COA) vor. Lieferung als lyophilisiertes Pulver.
Rechtliche Einordnung
Es ist kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel und kein Kosmetikum. Wir geben keine Dosierungs- oder Anwendungsempfehlungen.
KPV ist auch als KPV-Kapseln erhältlich. Im Darm- und Entzündungskontext wird es häufig zusammen mit BPC-157 erforscht. Mengen berechnen mit dem Peptid-Rechner.